Codenames mit Metaebene

2016 eroberte "Codenames" viele Spielerherzen und wurde völlig zurecht mit dem "Spiel des Jahres"-Titel ausgezeichnet. Bei uns kommt das geniale Ratespiel regelmäßig auf den Tisch und wir können uns gut vorstellen, dass das auch in zehn oder zwanzig Jahren noch der Fall sein könnte. Trotz oder gerade wegen der Liebe zum Spiel hatten wir bisher weitere "Codenames"-Ableger ignoriert, nun schlitterten wir völlig überraschend doch in die Disney-Ausgabe.

Wie unterscheidet sich die Disney-Version vom Originalspiel?

 

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Aus diesem Grund stehen auf den Karten keine Wörter (diese Version ist aber ebenfalls enthalten), sondern Bilder aus unterschiedlichsten Disney Filmen. Diese zu kennen, kann in einigen Fällen helfen,

ist aber überhaupt nicht nötig, um das Spiel erfolgreich zu gestalten. Die Regeln des Originalspiels bleiben dabei unangetastet, zwei Teams treten gegeneinander an und jeweils ein Erklärer aus jedem Team versucht, mit einem einzigen Wort und einer Zahl auf möglichst viele seiner Karten hinzuweisen. Natürlich so, dass die eigenen Mitspieler sich möglichst nicht für neutrale oder - noch schlimmer - gegnerische Karten entscheiden. Dadurch, dass auf den Bildern natürlich eine Menge gezeigt wird, selbst bei einem schlichten Portrait, eröffnet dies den Erklärern wesentlich vielfältigere Möglichkeiten, was nicht immer einfacher ist, im Gegenteil. Wer zuerst alle eigenen Karten abgedeckt hat, gewinnt.

Wie sehr gefällt es uns?

Ich muss sagen, dass ich wirklich außerordentlich begeistert von der Disney-Version bin. Nicht nur ich, sondern ausnahmslos alle Mitspieler (und das waren einige), mit denen wir das Spiel gespielt haben. Dank der Bilder muss man nicht nur auf einfache Wörter hinweisen, sondern kann sich Details einzelner Abbildungen heraussuchen, die auf irgendeine kreative Weise miteinander in Verbindung stehen. Das können zwar Bezüge zu Filmen sein, in den meisten Fällen sind es aber völlig unvorhergesehene Dinge, welche die eigenen Bilder gemeinsam haben.

 

Der Spielspaß kennt dann keine Grenzen mehr, die Jubelorgien bei erfolgreichem Raten und Erklären dementsprechend gewaltig. Und wenn der Erklärer mal wieder etwas völlig anderes gemeint hat, kennt das Gegnerteam nach der Auflösung kein Halten mehr. Auch wenn ich das Spiel bisher noch mit keinem Gefährten aus der Stammgruppe gespielt habe, bin ich mir sicher, dass die Wertung gleich bleibt. "Codenames" war bereits in der Basisversion ein zeitloses Meisterwerk, "Codenames Disney" steht diesem in nichts nach. Im Gegenteil, es macht mir sogar noch mehr Spaß und bekommt daher meine absolute Empfehlung. Dieses Spiel gehört in jede Spielesammlung.

Wertungen

 

Chris: 10 (Wahnsinn, aber es macht mir noch mehr Spaß als das geniale Originalspiel. Die Erklärmöglichkeiten sind enorm, der Spielspaß geht in der richtigen Gruppe durch die Decke)

Holger: ? (Also ich habe die Disney-Version noch nicht gespielt, aber das Basisspiel von Codenames zeigte sich in meinen Spielrunden oft als zäh, grübellastig und es kam generell kaum Stimmung auf. Für mich nicht mehr als 6 Punkte. Dass die Disney-Version so viel besser sein kann, wage ich mal zu bezweifeln)

FAZIT:

"Codenames" ist für mich das beste Ratespiel und gleichzeitig eines der allerbesten Partyspiele aller Zeiten. In der Disney-Variante geht der Spielspaß durch die Decke. Selten hatten ausnahmslos alle Mitspieler so einen Spaß wie hier. Selbst ohne Kenntnisse der Filme eröffnen sich hier neue Möglichkeiten des Erklärens.

 

Holger sieht das zwar etwas anders, aber das lag mit Sicherheit daran, dass er das Spiel bisher einfach mit den falschen Mitspielern gespielt hat. Ja so muss es sein. Eine andere Erklärung gibt es nicht. Und solange er diese Version nicht gespielt hat, darf er das Spiel auch nicht abwerten. Haha. :)

 

Text: Chris