Komplexität: ***(*)

Nüsse! Ich brauche Nüsse!

Orléans ist gut, Altiplano ist ... nun ja, unserer Meinung nach spielerisch besser, thematisch aber eine ganze Ecke schlechter. Es geht um Handel in den Hochebenen in den Anden, es gibt Alpakas und einen riesigen überdimensionierten Alpaka-Startspielmarker. Joa ...okay, dann mal los. Die Wahrheit liegt auf dem Spielfeld, also schauen wir uns an, was Altiplano besser macht als sein Vorgänger.

 

 

 

 

Da wäre zum Einen die Tatsache, dass man durch das Ablegen der Spielchips in seiner kleinen Kiste sein "Bag" immer auch durchspielt, was weniger glücksabhängig ist als bei Orléans. Hinzu kommt der variable Spielplan, auf dem man sich entlang bewegt und immer auch auf dem einen von insgesamt sieben Spielplanteilen stehen muss, um die dortige Aktion ausführen zu können. Toll und für uns ein klarer Fortschritt.

Ansonsten ist die Symbolsprache prima verständlich, wenn auch an einigen Stellen etwas klein geraten. Das Spiel ist taktisch, variabel und spielt sich flott. Die Spielerinteraktion tendiert jedoch gen Null, eigentlich spielt man recht solitär vor sich hin, schiebt wild Spielchips hin und her. Wenn man dabei bei jedem Spieler alles im Auge haben will, erhöht sich die Spielzeit drastisch. 

Das Spiel funktioniert in jeder Spielerzahl, am Besten meiner Meinung nach sogar zu zweit, da hier die Züge richtig flott gehen.

Ohne Nüsse geht fast nichts in dem Spiel (ich meine damit natürlich die Nuss-Chips im Spiel, herrje ...), die Auftragskarten haben sich ebenso als äußerst lukrativ herausgestellt. Spielerisch gibt es kaum etwas zu meckern, dennoch empfanden wir das Spiel nicht als der ganz große Wurf.

Altiplano ist gut, ohne Frage, und bleibt auf jeden Fall in der Sammlung, aber es reiht sich bei uns nicht in die Riege der ganz großartigen Spiele ein. 

Pro:

+ spielerische Weiterentwicklung zu Orléans          + taktisch anspruchsvoll                                           

+ schönes Spielmaterial                                             

+ nette Idee mit dem Einlagern der Waren           

Contra:

- thematisch eher schwach

- sehr solitär

- ab 3 Spielern teilweise hohe Downtime

- Einstieg nicht ganz einfach


FAZIT:

Auch fünf erfüllte Aufträge nützen nichts, wenn ein anderer Spieler alle Häuser und Glaschips kaufen kann. :-) Aber mal Hand aufs Herz ... es fühlt sich irgendwie seltsam an, wenn man mit zwei Fischen einen Stein bekommt. Wieso eigentlich? Die Waren getauscht habe ich ja anscheinend nicht, ansonsten wären die Fische ja nicht mehr in meinem Besitz. Ich verkaufe ein Silber für 3 Geld, aber das Silber kommt wieder in den Beutel? Nun ja ... mir ist klar, dass dieser Mechanismus nur deswegen so gewählt wurde, da man ansonsten Waren verliert und es noch länger dauern würde, wieder genügend Ressourcen für das das elementare Lagern zu erhalten. Spielmechanisch ist das also so in Ordnung, aber thematisch holt mich das absolut nicht ab. Zumal es einige Kombos eröffnet, die ich für etwas unbalanciert halte. Es kann nämlich durchaus vorkommen, keinen Zugriff auf essentiell wichtige Plättchen zu erhalten, weswegen man nur schwer aufholen kann.

Altiplano ist ein kräftiges Zugalpak... äh Pferd für den "Bagbuilding"-Mechanismus. Das Spiel macht vieles richtig, überflügelt dadurch seinen geistigen Vorgänger Orléans spielerisch, überzeugt aber dennoch nicht auf ganzer Linie. 

 

Text: Chris

Kommentare: 0