Komplexität: ***

Zeit für Oktopodenjagd!

Es war ein großer Wunsch von Sarina, endlich mal wieder nach mehreren Jahren AquaSphere zu spielen. Wir hatten es einmal bei Bekannten gespielt, einige Zeit später dann selbst gekauft und seitdem schlummerte das Spiel im Regal. Es wurde immer wieder angeschaut, hin und wieder sogar aus dem Regal gezogen, aber auf dem Spieltisch gelandet war es nie. Dem wollten wir heute endlich ein Ende bereiten, gemeinsam mit Klemens und Michi haben wir uns in die Unterwasserstation von Herrn Feld begeben.

 

 

Die Regelerklärung fand während des Essens statt, der Lieferdienst mal wieder mit perfektem Timing. Das Erklären ging recht flott und dann ging es auch schon los. 

Die Züge sind grundlegend simpel: Entweder programmiert man einen seiner Roboter, nachdem man mit seinem Ingenieur einen Schritt gelaufen ist (ein Kniff des Spiels, denn hier muss man sich immer für zwei mögliche Wege entscheiden), oder man führt eine Aktion aus. Für letztere benötigt man jedoch zwingend einen passend programmierten Roboter, dieser kann dann, sofern man mit seinem Wissenschafter dorthin laufen kann (was Zeit-Ressourcen kostet), eine von sieben Aktionen ausführen.

Das ist wirklich eine äußerst seltene Spielmechanik und bietet sicherlich ein Alleinstellungsmerkmal. Hinzu kommen dann nach jeder der vier Spielrunden Zwischenwertungen, bei denen eine Art Area-Control, Ressourcenanzahl, gefangene Oktopoden und eingesetzte Roboter zum Einsatz kommen bzw. gewertet werden.

Mit seinen Bot-Aktionen kann man sein Labor erweitern (ein komplettes Labor gibt am Ende Siegpunkte), Oktopoden fangen, Effektkarten kaufen, seine U-Boote einsetzen ... alles davon gibt ebenfalls Punkte, teilweise abhängig von der Anzahl oder der aktuellen Runde. Das Spiel kann einem ordentlich Kopfzerbrechen bereiten, trotzdem waren bei uns die Züge recht fix und man konnte durchaus trotz einiger unberechenbarer Ereignisse und Aktionen eine gewisse Strategie verfolgen.

Hinzu kommt, dass die Spielerinteraktion recht hoch ist, da man sich ständig in die Quere kommt, Dinge den anderen vor der Nase wegkauft, sie verdrängt oder einfach die drei Oktopoden, die man selbst gerade im Visier hatte, zuvor gefangen werden. Ebenfalls originell ist die Tatsache, dass man immer dann, wenn man eine Laserschranke auf der Spielpunktleiste überschreiten will, einen Kristall abgeben muss. Ein Notwendigkeit, welche zusätzlich Würze ins Spiel bringt.


Pro:                                                      Contra:

+ originelle Spielidee mit neuartigen Mechanismen              - einige Aktionen wirken konstruiert 

+ gute und verständliche Ikonographie                                      (U-Boote, Effektkarten)

+ spielerisch sehr flüssig                                                              - atmosphärisch wäre mehr drin gewesen   

+ Zwischenwertungen sinnvoll integriert

FAZIT:

Michael bleibt der König der ersten Spielrunden. Es vergeht kaum ein Spiel, in welchem er NICHT die erste Partie gewinnt. Auch wenn Sarina nur einen Punkt an ihm dran war. Klemens hat nach dem für ihn massiv enttäuschenden "Orakel von Delphi" wieder Hoffnung, dass besagtes Spiel nur ein Ausrutscher des Autors war. Es wird Zeit für "Burgen von Burgund", lieber Klemens.

Gut gemacht, Herr Feld. AquaSphere ist ein äußerst gelungenes Spiel mit originellen Einfällen und vor allem einem superben Spielfluss. 

 

Text: Chris

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