Komplexität: ***(*)

Wie ... schon 23 Uhr?

"Wir sollten demnächst wieder Im Wandel der Zeiten spielen."

"Absolut, bin dabei. Diesen Mittwoch?"

 

So ungefähr läuft eine Konversation ab, wenn bei uns  eine Runde Through the Ages geplant wird. Seitdem wir vor einigen Jahren dieses wundervolle Spiel zum ersten Mal gespielt haben (übrigens falsch, da wir eine Karte zu wenig entfernt haben jede Runde, das Spiel ging etwa 7 Stunden), landet es immer wieder auf dem Spieltisch und die Vorfreude auf jede 

neue Partie ist ungebrochen. Die Gründe hierfür sind zahlreich: Man kommt sich ständig irgendwie in die Quere, reagiert auf seine Mitspieler, bietet um Kolonien, plant Überfälle, kopiert Militärstrategien, spielt Ereignisse, die alle betreffen ... die Interaktion ist so dermaßen hoch und spannend, dass es eine wahre Freunde ist. Ja, das Spielmaterial ist recht trist, es gibt außer den Karten und den Spielertableaus mit universellen Ressourcensteinen eigentlich nur Leisten, aber das schmälert das Spielvergnügen in keinster

Weise. Atmosphärisch muss man sagen, dass einige Dinge nicht ganz passen, wenn beispielsweise Antike (Speerkämpfer) und Neuzeit (Luftangriffe) aufeinander treffen. Des Weiteren muss man klar sagen, dass die Aufrüstung in sein Militär zwingend notwendig ist, da ansonsten zu viele negativen Ereignisse auf einen einprasseln und die Mitspieler einem immer wieder Steine in den Weg legen, die einem das Vorankommen deutlich erschweren.

Toll wiederum ist die Spielmechanik mit der eigenen Bevölkerung und der Produktion.

Alles ist miteinander verzahnt, funktioniert tadellos, erfordert allerdings auch etwas Zeit. Die Downtime könnte für einige Spieler etwas zu hoch sein, pro Spieler sollte man für ein vollständiges Spiel mit allen drei Epochen etwa 1,5 - 2 Stunden rechnen. 

Natürlich spielt auch das Kartenglück eine nicht unwesentliche Rolle, allerdings lassen sich wichtige Karten durch entsprechende Kosten meistens kaufen und man hat fast immer genügend sinnvolle Alternativen.

Pro:                                                Contra:

+ grandiose, ineinander greifende Spielmechanik         (-) zu komplex für Gelegenheitsspieler

+ sehr hohe Interaktion                                                       - teilweise hohe Downtime ab 3 Spielern

+ sehr umfangreich und variabel                                       - Militär meist zwingend notwendig

+ deutlich ansprechenderes Spielmaterial in der           (-) recht lange Spielzeit

   Neuauflage                                                        

FAZIT:

Ein Dauerbrenner auf dem Gefährten-Spieltisch, der jedes Mal zu begeistern weiß. Designtechnisch weiterhin eher zurückhaltend, punktet die Neuauflage aber mit deutlich hübscheren Karten und verbesserten Regeln. Ein wahrhaft episches Zivilisationsaufbauspiel, das für uns hinsichtlich Spielspaß immer zündet. Der Platz im Spieleregal sei dir auf ewig sicher. Sowohl bei Klemens, als auch bei Chris. Doppelt hält einfach besser. :)

 

Text: Chris